Eine Vulkaninsel zwischen zwei Kontinenten
Pantelleria liegt geografisch näher an Tunesien als an Sizilien. Schwarzer Basalt, unablässiger Wind und eine Sonne, die im Sommer kaum nachlässt, prägen diese Insel von gerade einmal 83 Quadratkilometern. Weinbau unter solchen Bedingungen klingt nach einer Zumutung – und ist doch seit der Antike gelebte Praxis. Die Phönizier brachten vermutlich die Zibibbo-Traube hierher, eine aromatische Spielart des Muskatellers, die auf den mineralreichen Vulkanböden der Insel ideale Bedingungen fand.
Was Pantelleria von allen anderen Weinbaugebieten Italiens unterscheidet, ist die Erziehungsmethode der Reben: der Alberello Pantesco. Die Rebstöcke werden in Bodenmulden gepflanzt und wachsen als niedrige Büsche dicht über dem Boden, geschützt vor dem ständigen Wind. Diese Technik wurde 2014 als erste landwirtschaftliche Praxis überhaupt in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Passito di Pantelleria DOC – Geduld im Glas
Der berühmteste Wein der Insel entsteht durch geduldige Trocknung: Nach der Handlese ab Mitte August werden die Zibibbo-Trauben auf Rohrflechten ausgebreitet, wo sie drei bis vier Wochen unter Sonne und Wind rosinieren. Dabei konzentrieren sich Zucker, Säure und Aromen. Frisch gepresster Most aus der späteren Lese wird mit den getrockneten Beeren vermählt, deren Aromenfülle während der Mazeration auf den Wein übergeht.
Das Ergebnis schimmert bernsteinfarben im Glas und entfaltet Noten von getrockneten Aprikosen, Honig, kandierten Zitrusschalen und einem feinen Hauch mediterraner Kräuter. Trotz seiner Süße bewahrt ein gelungener
Passito di Pantelleria stets eine lebendige Säure, die ihm Frische und Trinkfluss verleiht. Servieren Sie ihn bei 14–16 °C zu sizilianischem Mandelgebäck, gereiftem Pecorino oder als eigenständigen Abschluss eines Abendessens.
Moscato di Pantelleria DOC – die frischere Seite der Insel
Neben dem Passito verdient der
Moscato di Pantelleria Aufmerksamkeit. Hier werden die Zibibbo-Trauben nicht getrocknet, sondern spät gelesen und schonend verarbeitet. Die Weine zeigen das fruchtig-florale Spektrum der Rebsorte unmittelbarer: Pfirsich, Orangenblüte, Salbei und eine feine Süße, die weniger opulent ausfällt als beim Passito. Moscato di Pantelleria eignet sich hervorragend als Aperitif oder zu leichten Desserts mit Zitrusfrüchten und frischen Beeren.
Donnafugata – Botschafter der Insel
Im Vinolisa-Sortiment finden Sie Pantelleria-Weine von
Donnafugata, einem der renommiertesten Weingüter Siziliens. Die Familie Rallo bewirtschaftet seit 1989 rund 68 Hektar Zibibbo-Weinberge auf der Insel, verteilt über 16 verschiedene Lagen und Höhenstufen. Ihr
Ben Ryé – arabisch für „Sohn des Windes" – gilt als Referenz unter den Passito-Weinen und wird regelmäßig von internationalen Kritikern ausgezeichnet. Der
Kabir, ein Moscato di Pantelleria, zeigt die zugänglichere, fruchtig-frische Seite des Zibibbo und bietet einen idealen Einstieg in die Weinwelt der Insel.
Pantelleria-Weine richtig genießen
Passito und Moscato di Pantelleria sind keine Weine für den schnellen Schluck. Nehmen Sie sich Zeit, lassen Sie das Glas einige Minuten atmen und beobachten Sie, wie sich die Aromen bei leicht kühler Temperatur nach und nach öffnen. Zu kräftigem Blauschimmelkäse, Desserts mit Honig und Nüssen oder dunkler Schokolade entfaltet ein Passito seine ganze Komplexität. Wer die aromatische Welt des
Zibibbo auch als trockenen Stillwein entdecken möchte, findet bei Vinolisa ergänzend Weine aus
Sizilien, die zeigen, wie vielseitig diese alte Rebsorte sein kann.