Anthium Bellone Bianco Lazio IGT 2025
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Produktbeschreibung
Mehrfach prämierter Bellone von über 60 Jahre alten Reben bei Anzio
Hinter Anzio, nur wenige Kilometer von der Küste Latiums entfernt, liegt ein Weinberg, dessen Reben noch auf ihren eigenen Wurzeln stehen. Für Europa ist das eine Rarität. Seit die Reblaus im späten 19. Jahrhundert die Rebflächen des Kontinents verwüstete, pfropft man fast jeden Rebstock auf eine amerikanische Unterlage, also auf einen Wurzelstock, der dem Schädling standhält, und setzt die europäische Sorte obendrauf. An diesem Ort hat die Beschaffenheit des Bodens das Insekt ferngehalten. Die Reben hier sind über 60 Jahre alt und wurzeln unveredelt in Böden marinen Ursprungs, der Einfluss des nahen Meeres ist bis in die Rebzeilen spürbar. Von diesen Stöcken stammt der Anthium von Casale del Giglio.
Die Rebsorte heißt Bellone und zählt zu den ältesten Latiums. Schon in römischer Zeit war sie in der Region verbreitet, Plinius der Ältere erwähnte sie als „uva pantastica“. Bis heute ist sie zwischen den Castelli Romani und den Monti Lepini zu Hause und reicht von dort bis an die See. Die Sorte wächst kräftig und übersteht trockene Sommer gut. Ihre Trauben sind kegel- bis walzenförmig, die runden Beeren tragen eine dicke, goldgelbe Schale. Gelesen wird Ende September, sobald die beständige Meeresbrise für volle Reife gesorgt hat.
Im Keller liegt das angequetschte Lesegut zunächst eine Weile auf seinen Schalen, bevor es sanft gepresst wird. Der Most gärt spontan, angestoßen allein von den wilden Hefen, die von Natur aus auf den Beeren sitzen. Anschließend ruht der junge Wein einige Monate im Edelstahltank.
Im Glas leuchtet der Anthium in tiefem Gelb mit goldenen Reflexen. In der Nase geben reife exotische Früchte den Ton an, Mango und Papaya vorneweg, dazu Ananas. Zitrusfrucht und weiße Blüten hellen das Bild auf, im Hintergrund liegen eine dezente Mineralik und ein Hauch Kräuter. Das Weingut nennt ihn einen sonnigen Wein, und das Bouquet gibt dieser Beschreibung mit seiner üppigen Frucht recht.
Am Gaumen breitet sich der Bellone weit und reich aus und bleibt dabei frisch und lebendig. Der exotischen Fülle setzt eine kraftvolle, gut eingebundene Säure einen festen Gegenpol, die Textur ist angenehm cremig. Die Aromen aus der Nase kehren wieder, begleitet von leisen floralen Tönen und einem Anflug von Gewürz. Ausgeprägt ist die Sapidität: Italienische Verkoster bezeichnen damit eine würzig-mineralische Ader, die am Gaumen zieht und den Speichel fließen lässt. Der Abgang hält sehr lange an und klingt erfrischend aus, Frische und Frucht halten sich bis zum Schluss die Waage. Wegen dieser Säure traut ihm das Weingut auch eine längere Lagerung in der Flasche zu.
In den Ergebnislisten der großen Weinwettbewerbe taucht dieser Weißwein in den letzten beiden Jahren auffallend häufig auf. Mundus Vini kürte ihn zum Best of Show für Latium, Silbermedaillen vergaben die Decanter World Wine Awards, die International Wine & Spirit Competition und die AWC Vienna. The Drinks Business zeichnete ihn bei seinem Spring Tasting als „Master“ aus. Auch Vinous, James Suckling und WinesCritic haben ihn verkostet und hoch bewertet, und der italienische Weinführer Vinibuoni d’Italia verlieh ihm seine Corona, die höchste Auszeichnung des Guides. Hinzu kommen Prämierungen beim Mondial des Vins Extrêmes und beim WineHunter Award. Bemerkenswert ist die Breite der Urteile: Jurys in London, Wien und Neustadt an der Weinstraße haben ihn unabhängig voneinander unter ihre Preisträger gewählt.
Bei Tisch begleitet er Meeresfrüchte, Gegrilltes aus dem Meer, helles Fleisch oder Gemüse vom Rost und macht sich ebenso gut als Aperitif. Das Haus selbst empfiehlt ein Gericht aus Anzio: die Minestra di Sgavajone, eine Suppe der örtlichen Fischer. Die Sgavajoni, kleine und grätenreiche Fische, köcheln zwei Stunden, bis sie zerfallen, dann wird die Brühe durch ein feines Sieb gestrichen. Hinein kommen ein passierter Sud aus Kirschtomaten, Knoblauch und Peperoncino, von Hand gebrochene Spaghetti und zum Schluss gehackte Petersilie. Auf dem Markt ließen sich diese Fische kaum verkaufen, also landeten sie in den Töpfen der Fischerfamilien – ein Alltagsessen aus derselben Küstenecke, aus der auch die Trauben stammen.
Auszeichnungen
Produkt Steckbrief
SÄURE:
LAND:
RESTZUCKER:
REGION:
JAHRGANG:
ALKOHOLGEHALT:
REBSORTE:
GESCHMACK:
QUALITÄTSSTUFE:
AUSBAU:
WEIN-STIL:
VERSCHLUSS:
AUSBAUART:
ALLERGENE:
EMPF. TRINKTEMPERATUR:
REBSORTENANTEILE:
FARBE:
SPEISEN:
DUFT:
SPEISEEMPFEHLUNG:
GESCHMACKS-BESCHREIBUNG:
AUSZEICHNUNGEN:
AUSZEICHNUNGEN (BEWERTUNG):
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Casale del Giglio
Forschungsgetriebenes Weingut im Agro Pontino (Latium)
Casale del Giglio wurde 1967 von Dr. Berardino Santarelli gegründet und liegt zwischen Aprilia und Latina, rund 50 km südlich von Rom. Das Agro-Pontino-Tal war weinbaulich lange kaum erschlossen. 1985 startete die Familie – mit international renommierten Wissenschaftlern – ein breit angelegtes Forschungsprogramm, um das Potenzial des maritim geprägten Klimas systematisch zu heben; Vergleiche mit Bordeaux, Kalifornien und Australien prägten die Methodik.
Ein Ergebnis: Die EU erlaubte in der Provinz Latina den Anbau „neuer empfohlener Sorten“ wie Chardonnay, Sauvignon, Syrah, Petit Verdot und Cabernet Sauvignon. Parallel rückt die autochthone Bellone in den Fokus, die nahe Anzio auf sandigen Küstenböden besonders gut gedeiht.
Heute bewirtschaftet Casale del Giglio rund 180 ha. Im Weinberg stehen Begrünung, Nützlingsförderung und schonende Verfahren für naturnahe Arbeit. Die Leitidee: Spitzenqualität zu fairen Preisen – Forschung, Terroir-Respekt und konsequente Praxis machen Latium als ernstzunehmende Herkunft sichtbar.
Die Herkunft
Latium
Latium um Rom ist von erloschenen Vulkanen, Tuff und Basalt geprägt; Meeresnähe und Hügel schaffen milde, gut belüftete Weinlagen. Traditionell Weißweinland, doch Rot gewinnt Profil. Stil: leicht bis mittel, frisch, zugänglich. Frascati aus Malvasia und Trebbiano ist zitrisch, blumig, dezent salzig. Bellone bringt mehr Tiefe, Kräuterwürze, Reife. Malvasia Puntinata liefert Duft und Textur. Cesanese erzeugt saftige rote Frucht, Gewürz, sanftes Tannin. Vielseitige Alltagsweine, passend zu Artischocken, fritti, Meeresküche. In Höhenlagen wirken Weißweine straffer, kühler; in wärmeren Zonen werden Textur, Steinfrucht und Mandeln stärker betont. Sehr stadtnah produziert.
Die Rebsorte
Bellone
Bellone ist eine alte weiße Rebsorte aus Latium, besonders entlang der Küste südlich von Rom (Agro Pontino, Anzio/Nettuno, Cori). Sandige Meeresböden, Vulkan-Tuff und konstante Brisen prägen den Stil. Die Sorte reift zuverlässig, liefert goldgelbe Trauben mit dicker Schale und ergibt meist trockene, still ausgebaute Weine (Stahl/Beton; vereinzelt frizzante oder mit kurzem Maischekontakt). Im Duft: Zitrus, gelbe Birne, weißer Pfirsich, Kräuter (Fenchel), oft Bittermandel. Am Gaumen mittelgewichtig, mit salziger Spur, saftigem Kern und moderater, aber tragender Säure; geringe Anfälligkeit für Oxidation bei sorgfältiger Arbeit. Typische Herkunftsbezeichnungen: Nettuno DOC, Cori DOC, Lazio IGT. Foodpairing: fritti misti, Spaghetti alle vongole, gegrillter Fisch, Gemüse der römischen Küche (auch Artischocken).