Solaia Toscana Rosso IGT 2023
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Produktbeschreibung
Solaia Rosso IGT 2023
Als Giovanni di Piero Antinori im Jahr 1385 der Arte Fiorentina dei Vinattieri beitrat, jener ehrwürdigen Florentiner Winzergilde, die über die Qualität des städtischen Weinhandels wachte, ahnte er wohl kaum, welch bedeutendes Vermächtnis er begründen würde. Seit über sechshundert Jahren haben die Marchesi Antinori die Geschicke eines der wichtigsten Weinimperien Italiens gelenkt – stets getrieben von jenem Drang nach Exzellenz, der im Familienmotto „Te duce proficio“ seinen lateinischen Ausdruck findet.
Die Revolution
Die eigentliche Revolution sollte erst in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts erfolgen. Als Piero Antinori, der 25. Marchese, im Jahr 1966 die Unternehmensleitung von seinem Vater Niccolò übernahm, lag der einst ruhmreiche Chianti danieder: vernachlässigte Weinberge, minderwertige Sangiovese-Klone und eine Kellerpraxis, die in der Vergangenheit erstarrt war. Gemeinsam mit dem legendären Önologen Giacomo Tachis, einem Schüler des Bordelaiser Meisters Émile Peynaud, setzte Piero Antinori zu einer beispiellosen Neuerfindung an.
Die Geburt eines Mythos
Der Tignanello des Jahrgangs 1971 markierte den Beginn – ein Wein, der erstmals Sangiovese mit Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc vermählte, auf Weißweinsorten verzichtete und im kleinen französischen Eichenfass reifte. Ein Sakrileg in den Augen der Traditionalisten, doch der Anfang einer Bewegung, die unter dem Namen „Supertoskaner“ Weingeschichte schreiben sollte.
Nur wenige Jahre später folgte der nächste Schritt: Aus der sonnenreichsten Parzelle der Tenuta Tignanello, jenem von Cabernet dominierten Flecken Erde, den man schlicht „Solaia“ – die Sonnige – taufte, entstieg 1978 ein Wein von provokanter Radikalität. Achtzig Prozent Cabernet Sauvignon, zwanzig Prozent Cabernet Franc – eine Cuvée, die sich bewusst vom toskanischen Erbe löste, um auf Augenhöhe mit den großen Gewächsen Bordeaux’ und Kaliforniens zu treten.
Die internationale Weinwelt nahm diese Herausforderung an: Im Jahr 2000 kürte Wine Spectator den Solaia 1997 zum Wein des Jahres – das erste Mal, dass einem italienischen Gewächs diese Ehre zuteilwurde.
Heute ruht die Verantwortung für das Familienunternehmen auf den Schultern dreier Schwestern: Albiera als Präsidentin sowie Allegra und Alessia steuern gemeinsam die Geschicke der siebenundzwanzigsten Generation. Ihr Vater Piero, inzwischen Ehrenpräsident, begleitet das Wirken seiner Töchter mit ungebrochener Leidenschaft. Die operative Führung und die önologische Vision liegen seit Jahrzehnten in den Händen von Renzo Cotarella, der 1979 als junger Absolvent zu Antinori stieß und heute als CEO und Chefönologe über ein Imperium von fünfzehn Weingütern wacht.
Der Weinberg Solaia
Die Tenuta Tignanello liegt zwischen den Flusstälern der Greve und der Pesa, unweit von San Casciano Val di Pesa. Das Anwesen erstreckt sich über 319 Hektar, davon 165 mit Reben bestockt. Die besten zwanzig Hektar gehören dem Solaia-Weinberg – eine nach Südwesten exponierte Hanglage, die mehr Sonnenstunden einfängt als jede andere Parzelle des Guts und dem Wein seinen Namen gab.
Zwischen 350 und 400 Metern über dem Meeresspiegel gelegen, ruhen die Rebstöcke auf Böden pliozänen Ursprungs, durchsetzt von marinen Fossilien und durchzogen von Tonadern. Im steinigen Untergrund wechseln sich Galestro, ein blättriger, kalkhaltiger Ton, und Alberese, ein harter Kalkstein, ab.
Jahrgang 2023
Antinori füllt Solaia nur in Jahren ab, die das Weingut als herausragend einstuft. 1980, 1981, 1983, 1984 und 1992 fiel er aus. Auf einen mäßig kalten, trockenen Winter folgte 2023 ein Austrieb im langjährigen Mittel. Von Ende April bis in die zweite Junihälfte blieb es kühl und regnerisch, die Böden füllten ihre Wasserreserven auf. Der Sommer verlief warm und trocken, ohne nennenswerte Hitzespitzen. Mäßige Niederschläge im August und ein regelmäßiger Herbst boten den Trauben ideale Bedingungen bis zur Lese. Gelesen wurde ab Anfang Oktober, zuerst der Sangiovese, dann der Cabernet Franc. Am 13. Oktober kamen die letzten Cabernet-Sauvignon-Trauben in den Keller.
Den Hauptanteil der Cuvée stellt mit achtzig Prozent der Cabernet Sauvignon, Sangiovese und Cabernet Franc kommen auf je zehn Prozent. Ausgebaut wurde der Wein rund fünfzehn Monate in neuen französischen Barriques. Die einzelnen Partien lagen zunächst getrennt, nach der Assemblage kam die Cuvée zum Abschluss des Ausbaus zurück ins Holz. Für den Solaia 2023 vergaben James Suckling und Luca Maroni jeweils 97 Punkte, Vinous 96 und Wine Spectator 95 Punkte.
Verkostungsnotiz
Das Rubinrot ist intensiv, mit lilafarbenen Reflexen. In der Nase stehen reife Waldbeeren im Vordergrund, allen voran Brombeere, Heidelbeere und Cassis, dazu umhüllende Anklänge von Pflaume und Feige. Zarte Würze und balsamische Nuancen von Pfeffer und Lakritz vervollständigen das Bouquet.
Im Mund setzt er reich und lebendig ein. Seidige, umhüllende Tannine stützen einen energischen, fein gezeichneten Mittelteil. Der Abgang ist lang und intensiv, mit Noten von Bitterkakao und Kaffee.
Antinori beschreibt den Solaia 2023 als bereits jung zugänglich und mit großem Reifepotenzial ausgestattet.
Auszeichnungen
Produkt Steckbrief
SÄURE:
TYP:
LAND:
RESTZUCKER:
JAHRGANG:
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ALKOHOLGEHALT:
FARBE:
GESCHMACK:
QUALITÄTSSTUFE:
VERSCHLUSS:
AUSBAUART:
EMPF. TRINKTEMPERATUR:
ALLERGENE:
WEIN-STIL:
AUSBAU:
REBSORTE:
AUSZEICHNUNGEN:
HERSTELLER/IMPORTEUR:
REBSORTENANTEILE:
AUSZEICHNUNGEN (BEWERTUNG):
DUFT:
GESCHMACKS-BESCHREIBUNG:
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Antinori
Wer über „Supertuscans“ spricht, erzählt unweigerlich gleichzeitig auch von Piero Antinori. Denn der Spross einer Weinbau-Dynastie, deren Historie bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht, hat seinen Namen mittels visionärer Methoden verewigt, die letztlich nichts weniger bewirkten, als bedeutende Teile des italienischen Weinbaus zu revolutionieren. Konkret erschuf der damalige Inhaber des florentinischen Weinhauses vor mehr als einem halben Jahrhundert mit dem Premierenjahrgang 1971 des „Tignanello“ eine Weinlegende, mit der er das enge Korsett des Reglements für die Weinerzeugung im Kerngebiet des Chianti sprengte. Konsequent seinen Vorstellungen zur Qualitätssteigerung folgend, reduzierte er zunächst den seinerzeit obligatorischen Anteil weißer Varietäten in der Assemblage, später wurde komplett auf weiße Trauben verzichtet. Außerdem verfeinerte Antinori seine Kreation in Barriques, was damals in Italien beinahe eine Ungeheuerlichkeit darstelle. Und auch wenn der urtoskanische Sangiovese weiterhin die Hauptrolle im „Tignanello“ spielen sollte, ergänzte Piero seine Cuvée mit den beiden bordelaiser Cabernet-Sorten, deren großes Potenzial auch für toskanische Terroirs er mit Weitsicht richtig einschätzte.
Die Herkunft
Toskana
Die Toskana ist hügelig, von Galestro- und Alberese-Böden geprägt; kontinentales Inland trifft auf maritime Küstenlagen. Große Tag-Nacht-Amplituden erlauben langsame, aromatische Reife. Sangiovese dominiert: Kirsche, Kräuter, lebendige Säure, feinkörniges Tannin (Chianti Classico, Brunello). In Bolgheri verbinden Bordeaux-Rebsorten dunkle Frucht, Graphit und Struktur. Vernaccia und Vermentino liefern trockene, mineralische Weißweine mit salziger Ader. Insgesamt präzise, charaktervolle Stile, die elegant reifen und hervorragend zu toskanischer Küche passen. Maremma zeigt sonnigere Weine. Vino Nobile di Montepulciano ist kernig und würzig; Rosso di Montalcino trinkreif, saftig. Olivenöl, Wild, Pecorino und Pasta begleiten.
Die Rebsorte
Cabernet Franc
Cabernet Franc stammt ursprünglich aus dem Loiretal (Chinon, Bourgueil) und ist Elternteil von Cabernet Sauvignon. Er reift früher, bringt höhere Säure, feineres Tannin und meist hellere Farbe als Cabernet Sauvignon. Typische Aromen: rote Johannisbeere, Himbeere, Veilchen, dazu Grafit, getrocknete Kräuter und – je nach Reifegrad – eine kühle Paprika-/Pyrazin-Note. In Italien häufig reinsortig in Friaul (Collio, Colli Orientali) und Alto Adige/Südtirol, außerdem in Toskana/Bolgheri als Teil von Bordeaux-Cuvées. Stil: trocken, mittelgewichtig, geradlinig; Ausbau überwiegend im Edelstahl oder dezent im Holz. In kühleren Lagen wirkt er würzig, straff, mineralisch; in warmen Zonen fruchtiger und runder. Sehr guter Essenswein zu Antipasti, Salumi, gegrilltem Gemüse, Tomatenküche, Geflügel, auch zu Lamm und mittelkräftigem Rind. Servieren bei 15–17 °C; gute Exemplare reifen 5–10 Jahre, Spitzenweine länger. Hinweis: In Norditalien wurde früher teils Carmenère als Cabernet Franc geführt.