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Roero

Nördlich von Alba, jenseits des Flusses Tanaro, liegt das Roero – ein Anbaugebiet im Piemont, das mit seinen sandigen Kalkböden und der autochthonen Rebsorte Arneis eigenständige, duftige Weißweine mit DOCG-Status hervorbringt. Bei Vinolisa finden Sie handverlesene Roero Arneis von einem der traditionsreichsten Weingüter der Region.

Roero

Ein Anbaugebiet im Schatten großer Nachbarn

Wer an das Piemont denkt, denkt an Barolo und Barbaresco – an kraftvolle Nebbiolo-Rotweine von den Hügeln der Langhe. Nur wenige Kilometer entfernt, auf der anderen Seite des Tanaro, erstreckt sich ein Gebiet, das lange übersehen wurde: das Roero. Dabei besitzt diese Hügellandschaft zwischen Canale und Alba einen ganz eigenen Charakter, der sich vor allem in einem bemerkenswerten Weißwein ausdrückt – dem Roero Arneis DOCG.
Seit 1985 als DOC klassifiziert, erhielt das Roero im Jahr 2004 den DOCG-Status, die höchste Qualitätsstufe im italienischen Weinsystem. 19 Gemeinden in der Provinz Cuneo gehören zur Appellation, rund 1.158 Hektar Rebfläche verteilen sich über sanft geschwungene Hügel. Mehr als drei Viertel der Fläche sind mit Arneis bepflanzt, der Rest mit Nebbiolo für die roten Roero-Weine.

Die Arneis-Traube: Vom Vergessen zur Renaissance

Arneis, im piemontesischen Dialekt so viel wie „die kleine Schwierige", galt jahrhundertelang als launische Rebsorte. Bereits im 15. Jahrhundert unter den Namen Ornesio und Renesium dokumentiert, fristete sie später ein Schattendasein. Winzer pflanzten Arneis-Reben oft neben ihre wertvolleren Nebbiolo-Stöcke – nicht etwa für den Ertrag, sondern als Ablenkung: Der intensive Duft der süßen Arneis-Trauben zog Vögel und Insekten an und schützte so den kostbaren Nebbiolo.
Ende des 20. Jahrhunderts war die Sorte fast ausgestorben. Erst in den 1980er- und 1990er-Jahren begannen engagierte Winzer, Arneis gezielt wiederzubeleben. Heute gilt die Rebsorte als eine der spannendsten Weißweinsorten Norditaliens und trägt den Beinamen „Barolo Bianco" – auch wenn sie botanisch nicht mit Nebbiolo verwandt ist.

Sandige Böden, kühle Höhen: Das Terroir des Roero

Was das Roero von den benachbarten Langhe unterscheidet, sind vor allem die Böden. Während in Barolo und Barbaresco kalkreiche Mergelböden dominieren, prägen im Roero sandige, quarzreiche Böden mit feinen Tonschichten das Terroir. Diese durchlässigen, nährstoffarmen Böden gehen auf die erdgeschichtliche Vergangenheit zurück: Vor Millionen von Jahren lag das Gebiet unter dem Mittelmeer, marine Fossilien finden sich bis heute in den Weinbergen.
Für die Arneis-Traube sind diese Bedingungen ideal. Die leichten, gut drainierten Böden fördern eine feine Aromatik und eine mineralische Frische, die den Roero Arneis so unverwechselbar macht. Kühle Nächte in den höheren Lagen sorgen zusätzlich dafür, dass die Trauben Säure bewahren und langsam ausreifen.

Aromatik und Charakter: So schmeckt Roero Arneis

Im Glas zeigt sich Roero Arneis strohgelb mit grünlichen Reflexen. Typisch sind Düfte von Akazienblüten, Renettapfel und reifem Pfirsich, begleitet von Mandel- und Haselnussnoten, die an die piemontesische Landschaft erinnern. Am Gaumen verbindet der Wein Frische mit einer cremigen Textur, die durch den Ausbau auf der Feinhefe entsteht. Eine leicht salzige Mineralität im Abgang rundet das Profil ab.
Roero Arneis wird in der Regel im Edelstahltank vergoren, um die sortentypische Frucht und Frische zu bewahren. Die besten Exemplare verbringen einige Monate auf der Feinhefe (sur lie), was ihnen zusätzliche Tiefe und Schmelz verleiht. Trinktemperatur: 8–10 °C.

Food-Pairing: Ein vielseitiger Begleiter am Tisch

Als Aperitif überzeugt Roero Arneis durch seine einladende Aromatik. Am Tisch harmoniert er mit Vorspeisen wie Vitello Tonnato, einem Klassiker der piemontesischen Küche, ebenso wie mit Gemüsequiches, hellen Pastagerichten und Risotto mit Frühlingsgemüse. Zu gegrilltem oder pochiertem Fisch und Meeresfrüchten bildet die salzige Mineralität des Weins eine natürliche Brücke. Auch zu jungem Käse aus der Region ist er eine ausgezeichnete Wahl.

Marchesi di Barolo: Tradition seit 1807

Im Vinolisa-Sortiment stammt der Roero Arneis vom Weingut Marchesi di Barolo, einem der historisch bedeutendsten Betriebe des Piemont. Die Geschichte des Hauses reicht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück, als Marquise Giulia Falletti die Weine der Region erstmals unter dem Namen „Barolo" zusammenfasste. Heute wird das Weingut in fünfter Generation von der Familie Abbona geführt und bewirtschaftet rund 120 Hektar in Spitzenlagen der Langhe und des Roero. Der Arneis von den steilen Hängen der Roero-Hügel wird schonend verarbeitet und im Edelstahltank ausgebaut – ein klassischer Vertreter seiner Herkunft, der regelmäßig hohe Bewertungen erhält.

Roero Arneis kaufen: Worauf Sie achten sollten

Achten Sie beim Kauf auf den DOCG-Hinweis auf dem Etikett – er garantiert die Herkunft aus dem abgegrenzten Roero-Gebiet und die Einhaltung strenger Produktionsvorschriften. Roero Arneis ist in der Regel als junger Wein am schönsten und sollte innerhalb von zwei bis drei Jahren nach der Ernte getrunken werden, wenn die Fruchtaromen am lebendigsten sind. Wer piemontesische Weißweine jenseits von Gavi entdecken möchte, findet im Roero Arneis eine charaktervolle Alternative mit eigenem Profil.