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Supertoskaner

In den 1970er Jahren brachen toskanische Winzer mit den Regeln ihres eigenen Klassifikationssystems – und schufen dabei Rotweine, die heute zu den begehrtesten Italiens zählen. Ob an der Küste von Bolgheri oder in den Hügeln des Chianti-Gebiets: Supertoskaner verbinden internationale Rebsorten und traditionellen Sangiovese mit dem Ehrgeiz, Weine ohne Kompromisse zu keltern. Das Ergebnis reicht von dunklen, kraftvollen Cuvées bis zu eleganten, kräuterwürzigen Gewächsen mit Alterungspotenzial. Entdecken Sie unser Sortiment – bei Fragen beraten wir Sie gern persönlich.

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Masseto IGT 2021 3 Flaschen in Original Holzkiste
2021

Masseto - 3er Holzkiste

Tenuta dell´Ornellaia

Toskana | Merlot
Trocken elegant, kraftvoll
Regulärer Preis: 2.557,00 €

2.25 l  (1.136,44 € / 1 l)

inkl. Mwst. zzgl.
Lebensmittelangaben
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Excelsus Toscana IGT 2016
2016

Excelsus

Banfi

Toskana | Cuvée
Trocken elegant, vollmundig
Regulärer Preis: 43,95 €

0.75 l  (58,60 € / 1 l)

inkl. Mwst. zzgl.
Lebensmittelangaben
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Grattamacco Grattamacco Bolgheri Superiore DOC
2021

Rosso Bolgheri Superiore

Grattamacco

Toskana | Cuvée
Regulärer Preis: 99,95 €

0.75 l  (133,27 € / 1 l)

inkl. Mwst. zzgl.
Lebensmittelangaben
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Masseto IGT 2022
2022

Masseto

Tenuta dell´Ornellaia

Toskana | Merlot
Trocken elegant, kraftvoll
Regulärer Preis: 895,00 €

0.75 l  (1.193,33 € / 1 l)

inkl. Mwst. zzgl.
Lebensmittelangaben
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Solaia Toscana Rosso IGT 2022
2022

Solaia Rosso

Antinori

Toskana | Cuvée
Trocken seidig und opulent
Regulärer Preis: 389,00 €

0.75 l  (518,67 € / 1 l)

inkl. Mwst. zzgl.
Lebensmittelangaben
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Galatrona Val d'Arno di Sopra DOC 2023 (BIO)
2023

Galatrona Val d'Arno di Sopra

Fattoria Petrolo

Toskana | Merlot
Trocken elegant, intensiv, komplex
Regulärer Preis: 95,00 €

0.75 l  (126,67 € / 1 l)

inkl. Mwst. zzgl.
Lebensmittelangaben

Supertoskaner

„Vino da Tavola“ stand auf den ersten Flaschen Sassicaia, die 1971 in den Handel kamen. Tafelwein. Niedrigste Qualitätsstufe nach dem damaligen italienischen Klassifikationssystem. Der Wein kostete trotzdem mehr als die meisten DOCG-Weine des Landes. Das ist der Ausgangspunkt der Supertoskaner-Geschichte: ein Tafelwein, der das System, das ihn eingestuft hatte, sofort überholte.

Was ist ein Supertoskaner – und warum steht das nicht auf dem Etikett?

Der Begriff taucht auf keiner Flasche auf. Was Sie stattdessen finden: Toscana IGT, Bolgheri DOC, Bolgheri Superiore DOC – oder einen Eigennamen, der ohne Erklärung auskommt: Ornellaia, Masseto, Solaia. „Supertoskaner“ ist ein informeller Begriff, geprägt vom angloamerikanischen Weinjournalismus der frühen 1980er Jahre, ohne rechtlichen Status.

Die ersten Weine dieser Art mussten als „Vino da Tavola“ deklariert werden, weil sie die geltenden DOC-Regeln ignorierten: Cabernet Sauvignon in Bolgheri war nicht zugelassen, ein Chianti ohne den vorgeschriebenen Weißweinanteil verstieß gegen die Vorschriften, Barrique-Ausbau außerhalb der erlaubten Verfahren ebenfalls. 1992 schuf der Gesetzgeber die IGT-Kategorie – Indicazione Geografica Tipica –, die seitdem als rechtlicher Rahmen für die meisten Supertoskaner gilt. Einige haben später eigene Appellationen erhalten; der Sassicaia ist als einziger Wein Italiens in einer eigenen Sub-DOC gelistet: Bolgheri Sassicaia, anerkannt 1994.

Gut zu wissen: Woran erkenne ich einen Supertoskaner?

Toscana IGT oder Bolgheri DOC auf dem Etikett, kombiniert mit einem Eigennamen statt einer Rebsorte oder Herkunft.

Die Rebsorten – Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Petit Verdot, Syrah, mit oder ohne Sangiovese – stehen im Kleingedruckten oder fehlen ganz.

Bei großen Supertoskanern ist der Name das Qualitätssignal: Tignanello, Ornellaia, Masseto, Solaia, Galatrona.

Sassicaia, Tignanello – und was danach kam

Marchese Mario Incisa della Rocchetta pflanzte ab den späten 1940er Jahren auf der Tenuta San Guido in Bolgheri Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc an. Kein Produktionsplan, kein Exportkalkül – er wollte einen Wein für die eigene Tafel machen, nach dem Vorbild der Médoc-Weine, die er schätzte. Der Wein hieß Sassicaia, benannt nach den sassi, den Kieselsteinen auf dem Gelände. Dreißig Jahre lang blieb er ein Hauswein.

Als Sohn Nicolò eine gereifte Flasche verkostete und die Qualität überzeugte, wurde der Wein kommerziell angeboten. Der erste Marktjahrgang war der 1968er, im Handel ab 1971. Als Vino da Tavola. Für einen Preis, der diesem Status widersprach.

Piero Antinori und Önologe Giacomo Tachis arbeiteten zur gleichen Zeit an einem anderen Ansatz. Auf dem Weinberg Tignanello kelterten sie 1971 erstmals einen Chianti ohne den gesetzlich vorgeschriebenen Weißweinanteil (die sogenannte Ricasoli-Formel aus dem 19. Jahrhundert schrieb einen Verschnitt mit weißen Trauben wie Trebbiano und Malvasia vor), mit Cabernet-Sauvignon-Anteil und Barrique-Ausbau. Tachis hatte bei Émile Peynaud in Bordeaux gelernt; das Ergebnis fiel auch hier aus dem DOC-Raster und wurde zum Tafelwein herabgestuft.

Lodovico Antinori gründete 1981 die Tenuta dell’Ornellaia. Masseto – reinsortiger Merlot aus einer Einzellage auf dem Gut – kam später als eigenständige Abfüllung hinzu. In den 1990er Jahren hatten sich aus einer Handvoll regelwidriger Weine Preise ergeben, die Bordeaux Premier Cru als Vergleichsmarke nahmen – und Kritikerplätze, die das stützten.

Bolgheri oder Chianti-Gebiet – Küstenklima gegen Hügellage

Bolgheri liegt an der tyrrhenischen Küste, südlich von Livorno. Das Klima ist maritim: milde Winter, warme Sommer, Brisen vom Meer, wenig Spätfrost-Risiko. Die Böden variieren stark – Lehm, Kalkstein, Sand, Tonschiefer – und die Weine fallen entsprechend unterschiedlich aus. Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot dominieren. Bolgheri hat seit 1994 eine eigene DOC.

Das Chianti-Gebiet – die Hügellandschaft rund um Florenz und Siena – hat andere Bedingungen. Galestro, ein schieferartiger Tonschiefer, und Alberese, ein kalkhaltiges, kompaktes Gestein, geben wenig Wasser ab und zwingen die Reben zu tieferer Verwurzelung. Die Höhenlagen sorgen für kühlere Nächte und eine langsamere Reife, die Sangiovese zugute kommt: Die Traube entwickelt ihre Säure langsamer und vollständiger, was ihr in guten Jahrgängen eine Präzision gibt, die in wärmeren Lagen kaum erreichbar ist. Supertoskaner aus diesem Gebiet – Tignanello, Solaia – tragen Sangiovese oft als Hauptrebsorte.

Merkmal Bolgheri Chianti-Gebiet
Klima Maritim, mediterran Kontinentaler, stärkere Temperaturwechsel
Böden Lehm, Sand, Kalkstein, Tonschiefer Galestro, Alberese
Leitrebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot Sangiovese (oft dominant)
Geschmacksprofil Dunkle Beerenaromen, feste Gerbstoffe, Röstaromatik Sauerkirsche, Kräuter, präzise Säure
DOC-Status Bolgheri DOC seit 1994 Meist Toscana IGT
Bekannte Namen Sassicaia, Ornellaia, Masseto, Aska (Banfi) Tignanello, Solaia

Bolgheri-Cuvées aus Cabernet Sauvignon und Merlot bringen Brombeere, Pflaume, Graphit; mit der Reife kommen Teer und Zedernholz. Der Excelsus von Castello Banfi – 60 % Merlot, 40 % Cabernet Sauvignon – hat eine dunkle, dichte Beerenbasis, die das Barrique aufnimmt und trägt. Masseto, von Ornellaia als eigenes Weingut geführt, 100 % Merlot aus der gleichnamigen Lage, braucht zehn Jahre, um sich vollständig zu öffnen: dann schmelzend, mit einer Tiefe aus dunklen Beeren und Trüffel.

Supertoskaner aus dem Chianti-Gebiet setzen andere Akzente: weniger Saftigkeit, dafür mehr Kontur. Sauerkirsche, trockene Kräuter, eine Gerbstoffstruktur, die nach Jahren Flaschenlagerung seidig wird. Bibi Graetz’ Colore – aus alten Sangiovese-, Canaiolo- und Colorino-Stöcken bei Fiesole – belegt, was autochthone toskanische Sorten leisten können. Galatrona von Fattoria Petrolo, biologisch bewirtschaftet, 100 % Merlot aus dem Valdarno di Sopra, erreichte 97 Punkte beim Wine Advocate und beweist, dass dieser Stil auch jenseits der Küste überzeugt. Castello Banfis Belnero – ein Sangiovese-dominanter, unfiltrierter Blend mit kleinen Anteilen Cabernet Sauvignon und Merlot, produziert auf den Südhang-Weinbergen Montalcinos – gehört formal zum Toscana IGT, bindet aber das Terroir des Brunello-Gebiets ein.

Was macht einen Supertoskaner so lagerfähig?

Barriques – Eichenfässer von 225 bis 350 Litern – ermöglichen eine langsame, kontrollierte Oxidation. Sauerstoff dringt durch die Poren des Holzes ein und reagiert mit den Gerbstoffen; sie werden weicher und vielschichtiger. Bei neuen Gebinden gibt die Eiche zusätzlich Vanillin, Lactone und Röstaromen ab, die sich mit der Zeit in die Aromatik integrieren. Bei großen gebrauchten Fässern läuft dieser Prozess langsamer und ohne aromatische Überlagerung.

Cabernet Sauvignon hat von Natur aus hohe Gerbstoffkonzentration – das erzeugt die Struktur der großen Bolgheri-Weine, aber auch ihren langen Reifebedarf. Ein dichter junger Bolgheri-Cabernet öffnet sich selten vor seinem fünften oder sechsten Lebensjahr. Merlot-lastige Weine sind früher zugänglich, können aber ebenfalls zwei Jahrzehnte und länger halten. Sangiovese mit ausgeprägter Säure braucht ähnlich lange, bis Gerbstoffe und Aromen zusammenfinden – alte Jahrgänge von Tignanello belegen, wie gut er dann steht.

Reifezeiten nach Stil

  • Trinkbereit in 3–6 Jahren: leichtere Bolgheri-Cuvées, Aska DOC, Cum Laude (Banfi)
  • Optimales Fenster 7–14 Jahre: Excelsus, Summus (Banfi), Grattamacco Bolgheri Superiore, Galatrona (Petrolo), Dedicato a Walter (Poggio al Tesoro)
  • 20 Jahre und länger: große Jahrgänge Masseto, Solaia, Oreno (Sette Ponti), Colore (Bibi Graetz)
  • Lagerbedingungen: 12–14 °C, ca. 70–75 % Luftfeuchtigkeit, dunkel, erschütterungsfrei
  • Serviertemperatur: 17–19 °C; ältere Jahrgänge 1–2 Stunden dekantieren

Weniger Eiche, mehr Terroir – der Stilwandel seit den 2000er Jahren

Das Barriquelager der 1990er Jahre war voll. Neues Holz, maximale Extraktion, Weine, die im Blindvergleich Bordeaux schlugen – das war das Ideal, das Parker und Wine Spectator belohnten. Die Weine rochen nach Vanillin und schwarzer Beerenfrucht; wo Sangiovese steckte, erkannte man ihn kaum.

Ab den 2000er Jahren begannen viele Kellermeister, die Barriquereife zu verkürzen und auf gebrauchte Fässer umzustellen. Der Antrieb war technisch: Terroirausdruck lässt sich in neuen 225-Liter-Gebinden nicht abbilden, weil die Eiche ihn überlagert. Ornellaia arbeitet seitdem mit einem Mix aus neuen und gebrauchten Fässern und kürzeren Kontaktzeiten. Grattamacco, seit 2002 unter neuem Management und biozertifiziert, hat den Eichenanteil schrittweise reduziert. Poggio al Tesoro und andere Bolgheri-Güter folgten ähnlichen Wegen.

Parallel dazu gewann Sangiovese als zentrale IGT-Rebsorte an Gewicht. Bibi Graetz’ Colore hat mit alten Sangiovese-, Canaiolo- und Colorino-Stöcken gezeigt, dass autochthone toskanische Sorten ohne internationale Ergänzung Bewertungen erreichen, die lange den großen Bordeaux-Cuvées vorbehalten schienen. Fattoria Petrolos Galatrona – 100 % Merlot aus dem Valdarno di Sopra – beweist umgekehrt, dass auch eine internationale Rebsorte im toskanischen Hinterland eigenständigen Terroirausdruck entwickeln kann.

Für Käufer heißt das: Der Begriff „Supertoskaner“ deckt heute ein breiteres Stilspektrum ab als vor dreißig Jahren. Die Bolgheri-Cuvée mit klarer Bordeaux-Referenz ist eine Option; der terroirbetonte Sangiovese-IGT ohne internationale Ergänzung eine andere, jüngere.

Supertoskaner bei Vinolisa

Das Sortiment reicht von Einstiegsweinen mit kurzem Reifebedarf – Aska DOC und Cum Laude für ein erstes Kennenlernen des Genres – bis zu Weinen, die zehn und mehr Jahre Kellerzeit verdienen: Galatrona, Oreno, Colore, Masseto, Solaia. Für mehrere Positionen führen wir verschiedene Jahrgänge gleichzeitig, darunter gereifte Flaschen für alle, die den Wein jetzt öffnen möchten.

Falls Sie wissen möchten, welcher Wein für einen bestimmten Anlass oder ein bestimmtes Budget am besten passt, beraten wir persönlich – per Mail oder Telefon.

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