Ein Berg, ein Wein, eine Küste
Knapp 600 Hektar Rebfläche, eingebettet zwischen Adriatischem Meer und Apennin: Das Conero-Gebiet in der Provinz Ancona gehört zu den kompaktesten und zugleich ausdrucksstärksten Rotweinzonen Italiens. Der namensgebende Monte Conero erhebt sich 572 Meter über dem Meeresspiegel und bildet das geografische Herz einer Appellation, die seit 1967 den DOC-Status trägt. Die Weinberge verteilen sich auf die Gemeinden Ancona, Camerano, Numana, Offagna und Sirolo sowie Teile von Castelfidardo und Osimo.
Was dieses kleine Gebiet so besonders macht: Mineralreiche Kalk- und Kreideböden treffen auf ein Klima, das maritime Milde mit kontinentaler Frische verbindet. Tagsüber wärmt die Adriasonne die Hänge, nachts sorgen kühle Winde vom Apennin für Temperaturunterschiede, die den Trauben Aromatik und Säurestruktur erhalten.
Montepulciano – die Leitsorte am Conero
Im Conero-Gebiet dominiert die Rebsorte
Montepulciano, die mindestens 85 Prozent der Cuvée ausmachen muss. Ergänzt wird sie durch bis zu 15 Prozent
Sangiovese. Diese Kombination ergibt Rotweine von tiefer Rubinfarbe, die im Glas nach reifen Sauerkirschen, Pflaumen und dunklen Beeren duften, begleitet von Noten wie Lakritze, schwarzem Pfeffer und mediterranen Kräutern. Am Gaumen zeigen sich gut eingebundene Tannine, eine saftige Frucht und ein warmer, anhaltender Abgang.
Wichtig zu wissen: Die Rebsorte Montepulciano hat nichts mit der toskanischen Stadt Montepulciano zu tun, aus der der
Vino Nobile di Montepulciano stammt. Dort wird Sangiovese vinifiziert. Am Conero hingegen ist Montepulciano die tragende Sorte und bringt eine eigene, unverwechselbare Stilistik hervor.
Rosso Conero DOC und Conero DOCG – die Qualitätsstufen
Zwei Klassifikationen prägen das Gebiet. Der
Rosso Conero DOC verlangt einen Mindestalkoholgehalt von 11,5 % vol und kommt als fruchtbetonter, zugänglicher Rotwein auf den Markt. Wer mehr Tiefe und Komplexität sucht, greift zum
Conero DOCG: Seit 2004 kennzeichnet diese höchste italienische Qualitätsstufe die Riserva-Weine des Gebiets. Sie reifen mindestens zwei Jahre, bringen mindestens 12,5 % vol Alkohol mit und zeigen deutlich mehr Körper, Intensität und Lagerpotenzial von sechs bis sieben Jahren und darüber.
Trotz des ähnlichen Ursprungs unterscheiden sich beide Stufen spürbar. Während ein junger
Rosso Conero DOC mit saftiger Frucht und weichen Konturen zum unkomplizierten Genuss einlädt, entfaltet eine Conero Riserva DOCG nach Fassreifung komplexere Schichten aus Vanille, Tabak und Leder.
Garofoli – Tradition seit 1871
Bei Vinolisa stammen die Conero-Weine vom Weingut
Garofoli, dem ältesten Weinbetrieb der
Marken. Antonio Garofoli begann 1871 mit der Erzeugung lokaler Weine. Heute führen Carlo und Gianfranco Garofoli das Haus in vierter Generation, während bereits die fünfte Generation aktiv mitwirkt. Die rund 50 Hektar Weinberge liegen auf Hügellagen zwischen 50 und 300 Metern Höhe in der Provinz Ancona.
Der
Piancarda Rosso Conero DOC wird seit über 40 Jahren gekeltert und gehört zur „Famiglia"-Linie des Hauses – Weine, die quasi Familienmitglieder sind. Der
Grosso Agontano Conero Riserva DOCG verkörpert die Spitze des Sortiments: aus streng selektierten Montepulciano-Trauben vinifiziert und in Eichenfässern gereift, zeigt er die ganze Ausdruckskraft des Terroirs am Monte Conero.
Conero-Weine bei Tisch
Rosso Conero DOC passt hervorragend zu kräftigen Pastagerichten, gegrilltem Gemüse oder mittelreifem Käse. Die Riserva DOCG verlangt nach gehaltvolleren Partnern: Lammbraten, geschmortes Rindfleisch, Wildschweinragout oder gereifte Pecorino-Sorten bringen ihre Struktur und Würze zur Geltung. Als Serviertemperatur empfehlen sich 16 bis 18 Grad.
Wer die Rotweine aus den Marken noch weiter erkunden möchte, findet bei Vinolisa auch den Rosso Piceno DOC von Garofoli sowie ausdrucksstarke
Verdicchio-Weißweine aus derselben Kellerei. So lässt sich die ganze Bandbreite dieser unterschätzten Region entdecken.