Warum Aufschnitt und italienischer Wein so gut zusammenpassen
Kaum eine Kombination ist so unkompliziert und gleichzeitig so befriedigend wie italienischer Wein zu einer Platte mit feinem Aufschnitt. Das liegt an einer einfachen Logik: Salami, Schinken, Bresaola und Coppa bringen Salz, Fett und Umami mit – drei Eigenschaften, die nach einem Gegenüber mit Frucht, Säure und etwas Gerbstoff verlangen. Genau das liefern die meisten italienischen Rotweine von Natur aus. In Italien gehört die Kombination aus Affettati misti und einem Glas Wein seit Generationen zum Alltag, ob als Aperitivo vor dem Essen oder als entspannte Brotzeit am Abend.
Fruchtige Rotweine: Die Klassiker zur Aufschnittplatte
Ein Chianti mit seiner lebendigen Säure und den Aromen von Sauerkirsche und Kräutern schneidet durch das Fett von Salami und Finocchiona, ohne den Geschmack zu überlagern. Ähnlich vielseitig zeigt sich
Barbera, deren natürliche Frische selbst zu würzigem Aufschnitt funktioniert. Wer es etwas kräftiger mag, greift zu
Montepulciano d'Abruzzo – seine dunkle Frucht und die samtigen Tannine harmonieren besonders mit geräucherten Spezialitäten. Auch ein
Sangiovese aus der Romagna oder ein unkomplizierter
Primitivo aus Apulien gehören zu den verlässlichen Partnern auf dem Tisch.
Lambrusco: Die unterschätzte Idealbesetzung
Wer in der Emilia-Romagna Aufschnitt bestellt, bekommt fast automatisch ein Glas
Lambrusco dazu – und das aus gutem Grund. Die feine Perlage und die knackige Frucht eines trockenen Lambrusco wirken wie ein Frischekick zwischen den salzigen, fettreichen Bissen. Besonders ein
Lambrusco Reggiano Secco oder ein
Lambrusco Grasparossa bringt die richtige Balance aus Frucht und Spritzigkeit mit, die eine reichhaltige Aufschnittplatte braucht. In Italien gilt diese Kombination als einer der besten Food-Pairings überhaupt – zu Recht.
Rosé und leichte Rotweine: Für wärmere Tage
An einem Sommerabend darf es auch leichter sein. Ein kühler Rosé aus der Toskana oder ein
Primitivo Rosatoaus Apulien bringt Frucht und Frische mit, ohne den Aufschnitt zu dominieren. Auch ein leichter
Valpolicellaeignet sich hervorragend, wenn die Platte eher mild bestückt ist – etwa mit Prosciutto Cotto, Mortadella oder feinem San Daniele. Wer dagegen zu kräftigem Speck, Lardo oder scharfer Soppressata greift, darf ruhig zu einem gehaltvolleren
Ripasso greifen, dessen konzentrierte Frucht und weiche Struktur den intensiveren Aromen standhalten.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Entscheidend ist die Intensität: Milder Aufschnitt wie Prosciutto Crudo oder Bresaola verträgt sich am besten mit fruchtbetonten, mittelkräftigen Weinen. Würzige Salami oder geräucherte Spezialitäten vertragen kräftigere Rotweine mit etwas mehr Tannin und Tiefe. Als Faustregel gilt: Je fetter und salziger der Aufschnitt, desto mehr Säure und Frucht darf der Wein mitbringen. Vermeiden Sie dagegen sehr tanninbetonte, holzlastige Weine – die Gerbstoffe können in Kombination mit Salz metallisch wirken. Leicht gekühlt auf 14–16 °C entfalten die meisten dieser Weine ihr volles Potenzial zur Aufschnittplatte.
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Medici Ermetes Lambrusco über
Banfis Chianti bis zu den
Primitivo-Weinen von EVITA und Torrevento – jeder Wein in dieser Auswahl wurde mit Blick auf authentischen italienischen Genuss ausgewählt.