Vino da Tavola
Vino da Tavola ("Tafelwein") ist die einfachste Stufe der italienischen Weinklassifikation – Wein ohne geschützte Herkunftsangabe und mit nur minimalen Vorgaben. Historisch war die Kategorie streng: Weder Rebsorte noch Jahrgang oder eine engere Herkunft durften auf dem Etikett stehen. Seit der EU-Weinmarktreform (wirksam ab Jahrgang 2009) dürfen Weine ohne geschützte Herkunft für bestimmte zugelassene Sorten Rebsorte und Jahrgang angeben (als sogenannte "Rebsortenweine"); nur eine engere geografische Herkunft bleibt untersagt. Historisch bedeutsam wurde die Kategorie durch die Supertuscans: Weil ehrgeizige toskanische Erzeuger ab den 1970er-Jahren Bordeaux-Sorten oder untypische Rezepturen verwendeten, die keine DOC-Regel zuließ, mussten ihre Weltklasse-Weine formal als schlichter Vino da Tavola verkauft werden. Diese Absurdität führte 1992 zur Einführung der Zwischenstufe IGT. Heute wird der Begriff überwiegend durch die EU-Bezeichnung "Vino" ersetzt.